So fing alles an

Von Leuten die auszogen einen Hafen zu bauen ...

Im Herbst 1974  trafen sich im Parkhotel  einige motorbootbegeisterte Lüdenscheider, um sich über ihren Sport auszutauschen. Bei diesem Treffen entstand der Gedanke, einen Motorbootclub zu gründen.

Am 27. November 1974 besiegelten 15 Personen mit ihrer Unterschrift die Gründung des Clubs

Sie beschlossen den Namen: Motorboot – Club Lüdenscheid e.V. (MCL).

Der Club wurde mit seiner Satzung am 2. Januar 1975 geschäftsfähig und beim Amtsgericht Lüdenscheid am 11. März 1975 unter der Nummer VR 691 ins Vereinsregister eingetragen. Der geschäftsführende Vorstand setzte sich zusammen aus Herbert Ostermann (erster Vorsitzender>, Friedrich Edinger (stellvertretender Vorsitzender) und Karlheinz Klingener (Schatzmeister).

Schnell fanden sich neue Interessierte und innerhalb kürzester Zeit hatte der Verein über 100 Mitglieder. Obwohl der Verein noch keine eigene Clubanlage besaß, und die Mitglieder mit ihren Booten in den unterschiedlichsten Häfen (z. B. an der Mosel und in den Niederlanden) beheimatet waren, entwickelte sich ein reges Clubleben. Da noch kein eigener Hafen vorhanden war und die Boote fast alle trailerbar waren, wurden gemeinsame Fahrten organisiert.

Bereits gegen Ende des Jahres 1983 änderten sich die Aktivitäten des Clubs und seiner Mitglieder, denn in der Mitgliederversammlung im Januar 1983 entschieden sich diese mehrheitlich, endlich einen eigenen Clubhafen zu bauen. Man hatte insgesamt 3 Standorte zur Auswahl, wobei die Entscheidung für ein Gelände in Waltrop-Henrichenburg, direkt vor dem Industriemuseum "Schiffshebewerk Henrichenburg", fiel. Gleichzeitig wurde beschlossen, einen Antrag auf Mitgliedschaft im Deutschen Motoryacht Verband zu stellen.

Die Entscheidung zum Bau eines Clubhafens hatte allerdings Änderungen im damaligen Vorstand des Clubs zur Folge. So wurde am 21.10.1983 eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen  um einen neuen Vorstand zu wählen. Die Funktion des ersten Vorsitzenden wurde von Werner Althöfer übernommen, stellvertretender Vorsitzender wurde Karl-­Heinz Sessinghaus, Schatzmeister blieb Karlheinz Klingener. Dieser Vorstand kümmerte sich nun intensiv um den Abschluss eines Pachtvertrages mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg und mit den Planungen für den Hafenbau wurde begonnen.

Der erste Spatenstich fand Anfang 1984 statt. Eine fast undurchdringliche Wildnis wurde mit viel Mühe und Idealismus der Mitglieder kultiviert.

Um mit dem Bau der Stege überhaupt beginnen zu können, musste erst einmal der Geländeunterschied vom Clubgelände zum Treidelpfad und von dort zum Wasser überwunden werden. Es wurde Wert darauf gelegt, trotz vieler Eigenleistungen keine Provisorien zu schaffen, sondern von Anfang an Dauerhaftes zu erstellen. Treppenkonstruktionen wurden selbst erstellt und montiert, Zäune wurden gezogen etc.

Im April wurde der erste Schwimmsteg (Steg1) mit 20 Liegeplätzen eingeschwommen. Am 16. Juni 1984 war es dann soweit, der neue Clubhafen wurde eingeweiht und es wurden zum ersten mal die Hafenflaggen gehisst. Im gleichen Jahr erhielt der MCL seine Urkunde als anerkannte Ausbildungsstätte des DMYV und der Hafen wurde Stützpunkt.

Ein weiterer Steg (Steg2) mit ebenfalls 20 Liegeplätzen konnte zur Saison 1985 in Betrieb genommen werden.

Der Bau des Clubhauses erfolgte im gleichen Jahr. Somit war es endlich auch möglich sich unter einem festen Dach zu treffen und bei Bier und Köm zu klönen. Ebenfalls standen vernünftige Sanitäranlagen zur Verfügung. Im gleichen Jahr feierte der MCL sein 10-jähriges Bestehen mit einem großen Fest im Foyer der Schützenhalle Lüdenscheid.

Bereits in diesem Jahr zeichnete sich ab, dass mancher, der bisher mit seinem trailerbaren Boot zufrieden war, nun nach einem bewohnbaren Boot Ausschau hielt. Zwangsläufig wurden die Boote immer größer, und im Frühjahr 1986 musste bereits der 3. Steg mit 8 Liegeplätzen für die größeren Boote im Verein gebaut werden. Leider war mit dieser Erweiterung des Hafens die Kapazität erschöpft, da weitere Baugenehmigungen nicht mehr erteilt wurden und werden.

Im Januar 1988 stand wieder mal ein Wachwechsel in der Vereinsführung an. Der Vorstand um Werner Althöfer trat geschlossen zurück und ein neuer Vorstand unter Vorsitz von Heinz Fr. Adorf wurde gewählt.

Die weiteren Bauaktivitäten fanden seitdem auf dem Clubgelände statt. So wurde 1991 ein Anbau an das Clubhaus errichtet und damit eine großzügige Sanitär-Einrichtung geschaffen.

Die Arbeiten im Hafen fanden naturgemäß bis heute kein Ende.

Sie beschränkten sich jedoch weitestgehend auf Pflege und Instandsetzungsarbeiten, von kleineren Baumaßnahmen und Erweiterungen wie Fahrradunterstand, Fertigstellung des Jugendraumes, neues elektrisches Einfahrttor, eigene Zufahrt zum Treidelpfad etc. einmal abgesehen.

Im Jahre 1993 konnte dann ein Grillplatz mit Überdachung fertiggestellt werden.

Heute verfügt unser Verein über eine gut ausgestattete und gepflegte Hafenanlage. Durchreisende Gäste bestätigen dies immer wieder.


Termine und Eckdaten vom Bau unsere Hafenanlage.

Das ging alles Ruckzuck in einem Jahr über die Bühne:

20.Jan 1984
Besprechung mit allen beteiligten Behörden

28.Apr 1984   
Baubeginn Treppe und Stegfundamente.

21.Mai 1984   
Abnahme der Steganlage durch das WSA.

24.Mai 1984   
Erteilung der Anlagengenehmigung durch das Bauverwaltungsamt Recklinghausen.

26.Jun 1984    
Abnahme der Anlage durch die Untere Wasserbehörde.

12.Jul 1984   
Erteilung der Baugenehmigung für Parkplätze und Abwasserkanal.

21.Jul 1984    
Beginn der Schachtarbeiten für das Clubhaus.

25.Jul 1984   
Erteilung der Baugenehmigung für das Clubhaus durch die Stadt Waltrop.

01 Sep 1984   
Giessen der Betonfundamente.

22.Sep 1984   
Giessen der Betonfundamentplatte.

28.Sep 1984   
Übernahme des aufgestellten Clubhauses.

13.Okt 1984    
Beginn Schachtarbeiten für Abwasserkanal.

27.Nov 1984   
Elektroanschluss durch die VEW.

03.Dez 1984   
Anschluss des Kanal an das städtische Netz.

15.Dez 1984   
Verfüllen des Kanalschachtes und Ende des Arbeitseinsatzes für 1984.

24.Dez 1984   
Erteilung Baugenehmigung für Steganlage 1.